LKW-Parkplatznot: Ein jahrzehntelanges Versäumnis
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Pressemitteilung: LKW- und Busparkplätze – Ein jahrzehntelanger Notstand
Wesel, 21.11.2025 – Die Gewerkschaft Transport & Logistik (GTL) schlägt erneut Alarm: Seit über zwanzig Jahren wird auf den eklatanten Mangel an geeigneten Parkplätzen für LKW und Busse hingewiesen – doch geschehen ist wenig. Trotz zahlreicher Vorstöße beim Bundesverkehrsministerium und sogar in Brüssel bleibt die Situation unverändert – wenn nicht gar verschärft.
„Dies ist kein neuer Notstand, sondern ein seit Jahrzehnten bekannter Missstand, der offenbar bewusst ignoriert wird“, so Reinhard Aßmann, Schriftführer der GTL. Die Fahrerinnen und Fahrer sind zunehmend frustriert: Applaus in Krisenzeiten wie der Corona-Pandemie sei zwar nett gewesen, doch konkrete Verbesserungen blieben aus. „Es hat sich ausapplaudiert“, heißt es aus Gewerkschaftskreisen.
Besonders kritisch ist die Situation in Industriegebieten, die häufig das Ziel von LKW-Fahrten sind. Dort fehlen systematisch ausgewiesene und sichere Abstellflächen. Die Deutsche Bahn kann den Güterverkehr nicht auffangen – im Gegenteil: Große Logistikunternehmen verlagern ihre Transporte wieder auf die Straße, weil Verspätungen auf der Schiene zur Regel geworden sind.
Die GTL fordert daher konkrete Maßnahmen:
- Verpflichtende Ausweisung von LKW-Parkplätzen in Industriegebieten
- Ausbau sicherer und beleuchteter Ruheplätze entlang der Autobahnen
- Einbindung der Logistikbranche in kommunale und bundesweite Infrastrukturplanung
- Förderung von Nachwuchs durch Verbesserung der Arbeitsbedingungen
„Es fehlen bereits heute über 120.000 Fahrerinnen und Fahrer. Unter diesen Bedingungen wird es kaum gelingen, junge Menschen für diesen Beruf zu gewinnen“, warnt Aßmann. Auch die Beschäftigten in der Lagerhaltung unterstützen die Forderungen der GTL. Nur mit ausreichender Infrastruktur können Unternehmen die Einhaltung der Sozialvorschriften gewährleisten.
Die GTL ruft Politik und Industrie zum sofortigen Handeln auf. „Wir brauchen Lösungen – keine Vertröstungen“, so das klare Fazit der Gewerkschaft.